Frauen in Führungspositionen

Eins vorweg: Ich bin keine Frau, die sich permanent unter Wert behandelt sieht, bin gegen eine Frauenquote bei Führungspositionen und finde es schade, dass der Begriff Feminismus mittlerweile von vielen Frauen für ganz andere Kreuzzüge misshandelt wird. Aber ich sehe ein Problem für junge Frauen in Führungspositionen: oft fällt es älteren Männern schwer, diese Führungskompetenz zu akzeptieren.

Alte Rollenbilder implizieren, dass der Mann derjenige ist, der Karriere macht. Bei denen dieses Rollenbild noch besteht, hängt auch im Kopf fest, dass eigentlich keine Frauen hierarchisch über ihnen stehen könnten. Und wenn, sollen das doch bitte ältere Frauen sein, die aufgrund ihrer Karriere keine Familie aufgebaut haben. Vielleicht wird es dann als ausgleichende Gerechtigkeit empfunden.

Die Professorin für Psychologie und Management Alice Eagley hat herausgefunden, dass Frauen in Führungspositionen negativer bewertet werden, wenn sich diese „männlich“ verhalten.

„Männlich“, das wird im Job oft mit tough, zielstrebig und durchgreifend assoziert. Also eine Frau in Führungsposition soll sich dann bitteschön wenigstens weiblich benehmen. Und das, obwohl Frauen oftmals das viel bessere soziale Gespür haben und somit in Teams effizienter arbeiten können.

Eine norwegische Studie hat herausgefunden, dass Frauen klarer in ihrer Kommunikation, offener für Innovationen, gewissenhafter und besser darin sind, Mitarbeiter zu unterstützen.

Die amerikanische Psychologin Janet Taylor Spence schreibt in ihrem Aufsatz „Who likes competent women“, dass netten Frauen generell weniger zugetraut wird. Wer aber zu „männlich“ auftritt, gilt auch schnell als zickig oder emotional.

Lesenswert finde ich diese Artikel über die ehemalige Chefin der New York Times.

Ich wünsche mir insgesamt, dass jüngere Frauen nicht als Bedrohung empfunden werden und ihnen die die gleiche Achtung für ihre Leistungen entgegengebracht wird wie anderen Kollegen: unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft.

Letzte Gedanken zur Frauenquote

Übrigens, warum bin ich gegen Frauenquoten? Weil ich glaube, dass es genügend Frauen gibt, die zeigen dass eine entsprechende Karriere als Frau möglich ist, wenn diese die nötige Kompetenz und Motivation mitbringt. Einzelfälle sind in dieser Betrachtung (leider) ausgeschlossen. Und ich finde, dass man niemanden befördern sollte, weil sie eine Frau ist. Meiner Meinung nach sollte immer der bessere Kandidat den Zuschlag erhalten.

Aktuell ist es einfach so, dass weniger Frauen auf bestimmte Führungsebenen Lust haben, obwohl sie es können. Warum setzt man hier nicht auf Anreize, statt auf Ach und Krach Frauen zu befördern, damit einer willkürlichen Quote genüge getan wird?

 

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