Plötzlich Homeoffice: Meine Learnings der letzten Monate

Mein Arbeitgeber Trusted Shops ist wie die meisten vernünftigen Digital-Unternehmen zu Beginn der Corona-Pandemie mit seinen Mitarbeitern ins Homeoffice gewechselt. Auch wenn ich dem Thema Homeoffice generell vorher schon positiv gegenüber stand, hat sich mein Blickwinkel noch stärker auf die Potentiale gewendet. Ich teile hier, was bei mir uns meinen Teams bisher gut geklappt hat und was ich gelernt habe.

  1. Meetings digital

Meetings mit Onlinetools haben viele Vorteile: man startet in der Regel pünktlicher und die Meetings sind fokussierter. Aber: sie sind auch anstrengender. Gerade in den ersten Wochen habe ich extrem gemerkt, wie sehr endlose Videocalls schlauchen können. Hier sind die 1o1s auf jeden Fall entspannter, auch wenn man hier je nach Homeoffice-Situation des Kollegen auf sensiblere Gesprächsinhalte vorher hinweisen sollte, damit derjenige das entsprechend einrichten kann.

Wichtiges Learning für die Zukunft: man kann auch Meetings mit Kollegen machen, die im Homeoffice sind. Vor Corona kam das bei uns auch schon öfter vor, dass jemand Homeoffice gemacht hat. Der oder die war für den Tag aber auch „aus dem Sinn“, d.h. man hat vorher geschaut, dass man Meetings an einen anderen Tag legt. Überraschung, darauf muss man in Zukunft nicht mehr unbedingt achten. 🙂

Bei uns treffen sich die Teams untereinander morgens zum Standup, die ganze Abteilung kommt einmal im Monat zusammen. Dazwischen gibt es die Market Meetings, in denen wir als internationale Marketingabteilung mit den Länderverantwortlichkeiten und mit anderen Stakeholdern, wie bspw. den Vertrieblern, Customer Success oder Lead Management, über Ziele und Aktuelles der einzelnen Märkte sprechen (bei uns 8 derzeit).

Dazu kommen die schon erwähnten 1o1s, die jeder People Manager individuell mit seinen Teammitgliedern vereinbart.

  1. Socializing digital

Ein ganz wichtiger Aspekt in meiner Abteilung, die sehr vom Teamspirit lebt. Wie bleiben wir weiterhin in Kontakt, tauschen uns aus, lernen voneinander? Neben den Dailies gibt es in den Teams virtuelle Kaffeepausen, teilweise auch virtueller Lunch, bei dem jeder mit seinem Essen vor dem Bildschirm sitzt. Klappt viel besser als gedacht!

Aber hier kommen wieder „nur“ die Teams zusammen. Bei unserer Abteilung mit 5 Teams ist aber auch der teamübergreifende Zusammenhalt entscheidend. Deswegen werden jetzt montags mit einem Tool zufällig jeweils zwei Kollegen gematcht, die irgendwann während der Woche sich für eine kleine Pause verabreden. Natürlich optional und wie es passt, aber das Feedback ist, dass man nochmal mit Kollegen ins Gespräch kommt, die man nicht als erstes auf dem Schirm hatte und so ganz andere Perspektiven kennenlernt.

Darüber hinaus haben wir angefangen, eine Art Kollegenübersicht wie in den 90ern die „Freundebücher“ zu erstellen. Hintergrund, dass sich jeder mit seinen Vorlieben und Routinen im Homeoffice vorstellen kann, z. B. wie sie oder er am liebsten kontaktiert werden möchte oder wann normalerweise der Arbeitstag startet. Hierfür haben wir eine Folienvorlage in Google Präsentationen erstellt, die jeder freiwillig erstellen kann. Ganz nebenbei habe ich viele neue Dinge über meine Kollegen gelernt.

Highlight war außerdem unser gemeinsamer Abteilungstag, an dem wir uns einen Tag aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen haben und in gemischten Kleingruppen an Themen wie „E-Commerce in 5 Jahren“, „Ideen für unser unternehmensinternes Eigenmarketing“ oder „Marketinganalyse unser 3 größten Mitbewerber“. Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse präsentiert. Das Feedback aus den Teams war sehr positiv und wir konnten alle etwas mehr Teamspirit mitnehmen.

  1. Produktivität

„Homeoffice? Da sitzt man doch in Unterhose auf dem Sofa und guckt nebenbei Netflix.“ Dieses Vorurteil gibt es leider noch bei vielen Arbeitgebern oder Vorgesetzten. Tatsächlich haben wir festgestellt, dass die meisten Kollegen im Homeoffice eher zuviel arbeiten und dass man sie eher stoppen muss.

Hier hilft es noch mehr als sowieso, gemeinsame Ziele und Achievements zu definieren. Wir nutzen innerhalb der Abteilung das OKR-Framework und können somit die Quartals-Meilensteine gut managen.

…to be continued 🙂

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